Das leise
Urteil jenseits des Scheins I
Auf kaltem Stein, vor Mauern, die mehr Erinnerungen als Gebete tragen,
sitzt sie, gezeichnet nicht vom Bösen, sondern von der Vorstellung davon.
Hörner wie ein Flüstern alter Mythen,
ein Blick, der weder bittet noch bereut.
Neben ihr ein Mann in Schwarz,
sein Buch schwer von Worten, die einst Gewissheit versprachen.
Doch zwischen den Seiten liegt kein Urteil
nur die Unsicherheit eines Menschen, der glauben wollte, zu wissen.
Im Hintergrund ein Dritter, stumm wie die Zeit,
Zeuge eines Moments, in dem sich alles verschiebt.
Denn am Ende eines Lebens
sind es nicht die, die wir fürchten, die richten
sondern die, die wir zu kennen glaubten.
Und vielleicht ist das Böse
nie das gewesen, was man uns erzählte,
sondern nur ein Schatten,
geworfen von unserem Bedürfnis, Licht und Dunkel zu trennen.
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Gemeinsam ausgearbeitet von: Jessica & Katja